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Neujahrsempfang 2012 mit Dr. Wolfgang Schäuble - Erstrückblick

Am 11. Februar 2012 beging die CDU auf den Fildern ihren ersten gemeinsamen Neujahrsempfang in den Räumlichkeiten der Spedition Beck in Filderstadt-Bonlanden. Ehrengast und Hauptredner der Veranstaltung war der Bundesminister der Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble.

Die drei gastgebenden Ortsverbände aus Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Neuhausen a.d.F. konnten 582 Gäste willkommen heißen. Unterstützt wurden sie dabei von Schülerinnen und Schülern des Bildungszentrums Seefälle aus Bonlanden und der Real Sound Band, unter der Leitung von Gerd Kürner.

"Ihnen und vorallem dem Hausherrn, der Unternehmensgruppe Beck an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön. Ohne Sie und den vielen anderen Helferinnen und Helfern - auch hinter den Kulissen - wäre diese tolle Veranstaltung niemals so erfolgreich abgelaufen", so die drei Ortsverbandsvorsitzenden Thorwald Teuffel von Birkensee aus Filderstadt, Ilona Koch aus Leinfelden-Echterdingen und Dr. Rainer Roos aus Neuhausen a.d.F.

Folgend ein paar erste bildliche Eindrücke - erstellt von Thomas Auerbach, Wolfgang Robel und Anna von Teuffel. Vielen Dank für die freundliche Überlassung der Fotos.

Eine umfangreiche Text- und Bilddokumentation wird in den nächsten Tagen an dieser Stelle folgen. Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie einstweilen von den Vorsitzenden der veranstaltenden Ortsverbände - gerne auch per eMail.

Eine eigene ausführlichere Berichterstattung sowie Pressemitteilungen finden Sie am Anschluss an die folgende Bildergalerie.

Neujahrsempfang mit Dr. Wolfgang Schäuble

Vergangenen Samstag fand der erste gemeinsame Neujahrsempfang der Filder-CDU-Stadtverbände statt. In den Hallen der Spedition Beck in Bonlanden, konnte eine überragende Anzahl an Besuchern begrüßt werden.

Herr Dr. Schäuble begrüßte die Wahl des Veranstaltungsortes, ist doch eine Spedition „ein passendes Symbol für unsere Verflechtungen mit der ganzen Welt.“

Herr Thorwald Teuffel von Birkensee, Vorsitzender aus Filderstadt, begrüßte die Gäste, darunter die Oberbürgermeister aus Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen. Im Anschluss erklärte Herr Roos die Gründe für die gemeinsame Veranstaltung auf den Fildern: es gibt viele Themen, die nicht an den Stadtgrenzen halt machen, sondern alle Gemeinden südlich der Autobahn betreffen und daher eine gemeinsame Linie gefunden werden sollte. Frau Koch zeigte sich erleichtert, dass Herr Schäuble pünktlich erschien, trotz der Turbulenzen in der Europäischen Familie und den damit verbundenen Gesprächs- und Sitzungsterminen.

Bundesfinanzminister Schäuble führt aus, dass wir die Banken- und Finanzkrise aus dem Jahr 2008 gut überwunden haben und aktuell gut dastehen, mit einer enorm niedrigen Arbeitslosenquote. Dieser Erfolg beruht auf der konsequenten Ausweitung der Wettbewerbsfähigkeit in der Wirtschaft. Wir haben eine hohe Leistungsfähigkeit und dadurch eine gute Position auf dem Weltmarkt. Gleichzeigt sagte Herr Schäuble: „Andere arbeiten für viel weniger Geld mehr.“ Die Automobilindustrie hat im vergangenen Jahr die höchste Produktionsrate in ihrer Geschichte geschafft. Davon gehen 75% ins Ausland. 50% der Teile für die Produktion werden aus dem Ausland zugekauft. Ein Beispiel für die enge Verknüpfung mit dem Ausland. An dieser Stelle betonte er, dass Klimawandel und Umweltschutz Herausforderungen sind, die ein einzelnes Land gar nicht allein lösen kann. Wörtlich sagte er: „Europa ist gut und wichtig.“ Der Euro ist seit seiner Einführung stabil. Statistische Prüfungen haben ergeben, dass die Preissteigerungen niedriger sind als zu D-Mark-Zeiten. Das Problem sind die Schulden der einzelnen Länder. Alle haben zu viele Schulden, auch Deutschland, so Schäuble weiter. Trotzdem ist Deutschland der in der Stabilitätspolitik Vorbild in Europa. Die deutsche Vorgehensweise Schulden maßvoll zurück zu führen ist sinnvoll und erfolgreich und keinesfalls Wachstumsbremse, wie oftmals behauptet. Herr Schäuble ist der Überzeugung „wenn die Menschen vertrauen haben, weil sie sehen es passiert was, dann wird auch investiert.“ Mit den neuen Regelungen hat man dem Stabilitätspakt „Zähne gegeben“. Das Problem Griechenlands ist, dass die griechische Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig ist. Und in diesem Bereich ist in der Vergangenheit auch nichts unternommen worden. Bei einer gemeinsamen Währung ist der Wettbewerb hart, selbst Nuancen werden gemessen und so entschieden, wer dem Wettbewerb statthalten kann. Bei einer gemeinsamen Währung muss man seine Kosten anpassen, damit man im Wettbewerb bestehen kann. „Dies ist die einzige Chance“, so Herr Schäuble wörtlich. Er ist sich bewusst, dass die griechische Bevölkerung aktuell einen hohen Preis für die Fehler der politisch Verantwortlichen der letzten Jahrzehnte zahlt. Wichtig ist die Solidarität, aber nicht, in dem Geld in ein Fass ohne Boden fließt, sondern mittels sinnvoller Unterstützung zur Fehlerbehebung. Der Bundesfinanzminister sagte klar: Die Griechen müssen sich entscheiden, ob sie weiter dazu gehören wollen. Dann müssen sie auch bereit sein, diesen Weg zu gehen. Die Spielregeln einzuhalten. Gleichzeitig hob er hervor, dass ein Schuldenerlass wichtig ist, da Griechenland nicht alles alleine stemmen kann. „Die, die an den Krediten verdient haben, müssen jetzt mithelfen“, so Dr. Schäuble weiter. Es wird 10 Jahre dauern, bis Griechenland voll wettbewerbsfähig ist. Der große Unterschied zwischen Griechenland und Italien liegt darin, dass in Italien eine Regierung geschaffen worden ist, die von allen Teilen getragen wird. Die Parteipolitik wurde hier für einige Zeit außer Kraft gesetzt. An den Finanzmärkten kann man sehen, dass wieder Vertrauen in Italien gesetzt wird. Die Zinsen werden täglich besser.
„Jetzt gilt es, mit aller Sorgfalt darauf zu achten, dass dieser Weg weitergegangen wird. Die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von den Menschen in Europa zunehmend akzeptiert. Wir sind Wachstums- und Stabilitätsanker in Europa“, so Herr Schäuble zur Position von Frau Merkel. Immens wichtig sind auch die Themen Bildung und Forschung. Hier gilt es für uns Deutsche an der Spitze der Entwicklung zu bleiben. Auch das Feld der Integration wird zunehmend wichtiger. So haben heute 47% der Kinder, die eingeschult werden, keine deutschen Eltern. Wir brauchen alle Kinder für unsere Wettbewerbsfähigkeit und müssen daher alles tun, die Eltern zu unterstützen die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Die Kinder müssen heute lernen in der Welt zu Recht zu kommen. Dazu gehört auch, dass wir die Infrastruktur weiter ausbauen. Nur so können wir wettbewerbsfähig bleiben.

Mit den Worten: „Politik muss zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen und dafür sorgen, dass es nicht auseinander geht. Leistungsfähige Wirtschaft ist die Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum. Diese muss ergänzt werden um die Sorgfalt für die Menschen“, beendete Dr. Wolfgang Schäuble seine fast einstündige Rede.

Anschließend erfolgte die Eintragung ins goldene Buch von Filderstadt. Alle Anwesenden und alle Verantwortlichen sind sich einig, dass es eine sehr gelungen Veranstaltung war. An dieser Stelle sei allen Helfern, die zum Gelingen beigetragen haben, ein herzliches DANKESCHÖN gesagt.

Der Minister setzt auf die Tugend der Eselsgeduld

Filder. Zum gemeinsamen Neujahrsempfang begrüßen drei CDU-Stadtverbände Wolfgang Schäuble.

von Ursula Vollmer

Zum ersten Mal haben die CDU-Stadtverbände von Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Neuhausen ihren Neujahrsempfang gemeinsam ausgerichtet – und bei der Wahl des Veranstaltungsortes gleich ein glückliches Händchen bewiesen: „Eine Spedition“, lobte der prominente Gastredner Wolfgang Schäuble am Samstag in Bonlanden, „ist ein passendes Symbol für unsere Verflechtung mit der ganzen Welt“. Mitarbeiter des gastgebenden Transport- und Logistikunternehmens Beck hatten in der Nacht eine 2000 Quadratmeter große Umschlagshalle leer geräumt, die der Bundesfinanzminister am Nachmittag mühelos füllt.

„Sie werden überall geschätzt“, begrüßte Ilona Koch, die Stadtverbandsvorsitzende von L.-E., den Ehrengast herzlich, und auch der Filderstädter Vorsitzende Thorwald Teuffel von Birkensee unterstrich Schäubles anhaltende Beliebtheitsquote.

Die Idee zu einem grenzüberschreitenden Start ins politische Jahr ist nach den Worten von Rainer Roos aus dem gemeinsamen Engagement der drei Kommunen für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 hervorgegangen. „Diese Überzeugungsarbeit hat uns zusammengeschweißt“, sagte der Vorsitzende des Ortsverbands Neuhausen. Die drei Gremien knüpften über den CDU-Bundestagsabgeordneten Michael  Hennrich die Verbindung zum Minister in Berlin, den die Region am Fuß der Teck immer wieder lebhaft an Kindheitsbesuche beim Großvater erinnert.

Nirgendwo sonst lasse sich die Veränderung der Wirtschaftsstruktur deutlicher beobachten als auf den Fildern, konstatierte Schäuble. „Schon fast vergessen“ sei aber auch hier die schwere Wirtschaftskrise mit Auftragseinbrüchen um bis zu 80 Prozent. Inzwischen habe die Autoindustrie die höchste Produktionsrate ihrer Geschichte eingefahren – und drei Viertel aller Modelle ins Ausland verkauft. „Das Zusammenwachsen ist die Voraussetzung für unseren wirtschaftlichen Erfolg“, betonte der vormalige Innenminister im Hinblick auf die Zukunft Europas.

Die globalen Probleme seien im Alleingang nicht zu lösen, auch wenn in der Auseinandersetzung zwischen den Regierungslagern mancher Ärger zu bewältigen sei. „Das ist wie in jeder Familie“, sagte der Politik-Profi gelassen. Dennoch stehe er für eine gesamt-europäische Friedenspolitik, zu der als unverzichtbarer Bestandteil die gemeinsame Währung gehöre sowie – „ich kann es leider nicht ersparen“ – der Ausbau der Infrastruktur. Ohne in ein Manuskript zu schauen warb Wolfgang Schäuble eine knappe Stunde lang vehement für eine Politik der Entwicklung in Solidarität. Spontanen Applaus erhielt er aber vor allem für seine Forderung, die Unterstützung Griechenlands dürfe nicht zu einem Fass mit offenem Boden werden. Das dortige Desaster, hervorgerufen durch ein Versagen der politischen Eliten, sei nur mit „Eselsgeduld“ und dem Erlass der Gläubiger, nicht aber durch weitere Milliarden zu verhindern.

Bevor Schäuble im zweiten Teil der Veranstaltung seine Unterschrift in das Goldene Buch der Stadt Filderstadt setzte, ging er in einer kurzen Fragerunde auf sein Verhältnis zur Gentechnik sein. Die Nachricht, dass die BASF die Verlagerung ihrer entsprechende Forschung in die USA plane, sei für ihn schon jetzt die bitterste des Jahres, sagte er. In Zukunft gehe es darum, sieben Milliarden Menschen „anständig“ zu ernähren – „und alle brauchen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben“.

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