Vom Zivi zum Bufdi – Weg, Ziel und Chancen
„Es geht um wertvolle Erfahrungen für junge Menschen“, erläuterte der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich eines der vorrangigen Ziele, das mit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes verfolgt wird. Ein engagierter Vortrag anlässlich des Themenabends, zu dem die CDU-Fraktion Filderstadt am 14. Juli 2011 eingeladen hatte – auch um für den neuen Freiwilligendienst zu werben.
CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Hennrich (links im Bild) trat engagiert dafür ein, Einrichtungen zu unterstützen, die auf Freiwillige angewiesen sind. Für Christoph Traub (re.), CDU-Fraktionsvorsitzender in Filderstadt, war von Bedeutung, den Bundesfreiwilligendienst in ein breites öffentliches Bewusstsein zu rücken.
Das breite Besucherspektrum, das der Einladung der Filderstädter CDU-Fraktion gefolgt war, ist Beleg dafür, welche Vielzahl von Trägern, Einrichtungen und Institutionen von der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes betroffen ist. Zum 01. Juli 2011 wurde die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt, nicht abgeschafft. Auf die Feststellung dieser Tatsache legte Hennrich besonderen Wert. Die Koppelung von Wehrdienst und Zivildienst erforderte das Handeln der Politik. „Die Einführung eines allgemeinen sozialen Pflichtjahres kam dabei für mich nie in Betracht“, so Hennrich. Er begründete dies damit, dass man nicht einerseits Schulzeiten verkürzen und jungen Menschen die Bedeutung eines möglichst frühen Berufsstarts vermitteln und sie auf der anderen Seite dann in ein Pflichtjahr zwingen könne. Zudem befürchte er eine negative Auswirkung auf die Motivation, sollte der Dienst zur Pflicht werden. Dies schade letztlich den Einrichtungen und der dortigen Arbeit, die zumeist auf persönliches Engagement und der Überzeugung vom eigenen Tun angelegt ist.
Michael Hennrich warb dafür, dem Bundesfreiwilligendienst auch bei allen Anlaufschwierigkeiten, eine Chance zu geben. Er baue darauf, dass junge und auch ältere Menschen für sich die vielfältigen Möglichkeiten des Bundesfreiwilligendienstes be- und ergreifen, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Dies brauche sicherlich Zeit, es gelte jedoch auch, gemeinsam dafür zu werben.
Seitens der Politik werde alles für die Unterstützung der Einrichtungen getan, die auf Freiwillige angewiesen seien. Zugleich warnte Hennrich davor, die gut eingeführten Dienste Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) und Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) mit dem neuen Bundesfreiwilligendienst in Konkurrenz zu bringen. Alle drei Angebote hätten ihre parallele Berechtigung und Bedeutung.
In der an den Vortrag anschließenden Diskussion stellte sich Michael Hennrich den kritischen Nachfragen, die auf die Bezahlung der „Bufdi´s“, mögliche Anreize und Bonussysteme und die Erreichbarkeit ehemaliger Zivi-Zahlen gerichtet waren.
Aus dem Kreis der Zuhörer wurde eine Bundesfreiwilligen-Stellenbörse angeregt. Diese Idee hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Traub angekündigt, in Anlehnung an die Berufsstarter-Stellenbörsen kommunalpolitisch zu unterstützen. „Dies“, so Traub, „bedingt aber, dass alle Beteiligten – also Träger, Dienststellen und Schulen – mit eingebunden werden.“
Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass es vorrangiges Ziel sein muss, das Vertrauen der Träger und Einrichtungen in den Bundesfreiwilligendienst zu stärken und aufrecht zu erhalten. Ein positiver Weg in die Zukunft braucht vielfältiges politisches und auch gesellschaftliches Engagement.





